Hodgkin Lymphom - Wirksamkeit

Rezidivtherapie – Konsolidierung – Erstlinientherapie

Therapiestandard mit Chance auf Heilung beim r/r Hodgkin Lymphom (bei CR)

Erwachsene Patienten mit rezidiviertem bzw. refraktärem Hodgkin Lymphom (r/r HL) werden standardmäßig mit einer Salvage-Chemotherapie und anschließender autologer Stammzelltransplantation (ASCT) behandelt. Kommt es erneut zu einem Rezidiv, ist die Überlebenszeit begrenzt.1

In der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie wurden 102 Patienten mit r/r HL eingeschlossen und jeweils mit 1,8 mg/kg Brentuximab Vedotin (Adcetris®) alle 3-Wochen bis zu 16 Zyklen behandelt.2

Das Gesamtansprechen unter Adcetris® lag bei 96 Prozent

Mit im Median 3,5 vorangegangenen Therapien waren die Patienten stark vorbehandelt. 71% der Patienten waren primär und 42% nach ihrer letzten Therapie refraktär. Von allen Patienten sprachen 96% auf eine Therapie mit Adcetris® an (Remission oder Krankheitsstabilisierung):2,3

  • Komplettes Ansprechen: 33 %
  • Partielles Ansprechen: 41 %
  • Krankheitsstabilisierung: 28 %

5-Jahres-Daten zeigen Chance auf Heilung bei CR

Im 5-Jahres-Follow-up der Zulassungsstudie betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) 9,3 Monate, die geschätzte Gesamtüberlebensrate 41% und das mediane Gesamtüberleben (OS) 40,5 Monate. Bei Patienten mit kompletter Remission (CR, n=34) wurde das mediane OS und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) noch nicht erreicht. Das geschätzte OS der CR-Patienten nach 5 Jahren betrug 64%, das geschätzte PFS 52%. Nach 5 Jahren waren noch 38% der CR-Patienten in Remission und können als geheilt betrachtet werden.4

5-Jahresdaten zeigen: Konsolidierung mit Adcetris® verringert Rezidivrisiko anhaltend

Seit 2016 ist Adcetris auch zur konsolidierenden Therapie erwachsener Patienten mit r/r HL und erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach Hochdosischemotherapie und ASCT zugelassen.3

In der Phase-III-Studie AETHERA wurden 329 Patienten mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach Hochdosischemotherapie und ASCT entweder auf Brentuximab Vedotin (n = 165) oder Placebo (n = 164) randomisiert. Die konsolidierende Behandlung mit Adcetris® wurde 30-45 Tage nach der Transplantation begonnen und alle 3 Wochen bis zu 16 Zyklen verabreicht.5

Nach einer medianen Beobachtungszeit von 30 Monaten zeigte Adcetris® eine signifikante Verlängerung des PFS um 18,8 Monate. Das Rezidiv- und Progressionsrisiko verringerte sich signifikant um 43% (HR 0,57).5

5-Jahres-Follow-up: anhaltendes signifikant längeres PFS

Das mediane 5-Jahres-PFS wurde mit Brentuximab Vedotin nicht erreicht, im Placebo-Arm lag das 5-Jahres-PFS bei 15,8 Monaten. Die 5-Jahres-PFS-Rate betrug 59% mit Brentuximab Vedotin und 41% im Placeboarm, das Rezidiv- und Progressionsrisiko verringerte sich mit Brentuximab Vedotin um 48% (HR 0,521). Der Vorteil war für Patienten mit mehr Risikofaktoren ausgeprägter (HR > 2 Risikofaktoren 0,424 und > 3 Risikofaktoren 0,390). Eine weitere Antitumortherapie benötigten 32% der Patienten nach der Behandlung mit Brentuximab Vedotin vs. 54% im Placeboarm (p < 0,0001).6

Wirksamkeit als Erstlinientherapie in Kombination mit AVD

Entsprechend den aktuellen S3-Leitlinien erfolgt die Erstlinientherapie stadien- und risikoadaptiert. Damit können heute über 80% der Patienten langfristig geheilt werden. Als Spätfolgen der Chemo- und Strahlentherapie können jedoch Infertilität, Hypothyreose, koronare Herzerkrankung und Sedundärmalignome auftreten. Zudem sind nicht alle Patienten für das im fortgeschrittenen Stadium (III und IV) angewendete BEACOPPeskaliert (Bleomycin, Etoposid, Adriamycin, Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin, Prednison) geeignet.7,8

ECHELON-1: Überlegene Wirksamkeit von A+AVD versus ABVD

Adcetris® wurde in der multizentrischen, randomisierten, offenen Phase-III-Studie ECHELON-1 in Kombination mit AVD (Adriamycin, Vinblastin, Dacarbazin; A+AVD) gegendas Kombinations-Chemotherapie-Regime ABVD (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) als Erstlinientherapie untersucht. Es wurden 1.334 erwachsene Patienten eingeschlossen, die eine histologisch gesicherte Diagnose eines fortgeschrittenem HL (Stadium III oder IV) hatten und zuvor nicht mit systemischer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt worden waren.9

Der primäre Endpunkt war das modifizierte progressionsfreie Überleben (mPFS) als Maß für das Therapieversagen. Das mPFS erfasst die Zeit bis zur Krankheitsprogression, zum Tod oder zum Verabreichen von Folge-Krebstherapien bei Patienten, die kein vollständiges Ansprechen auf die Erstlinientherapie zeigten. Das mPFS wurde durch ein unabhängiges Gutachterkomitee auf Basis der revidierten Responsekriterien für maligne Lymphome beurteilt.9

HL-Patienten im Stadium IV profitierten von der Behandlung mit dem A+AVD-Regime:

  • Diese Patientenzeigten mit A+AVD eine statistisch signifikante Verbesserung des mPFS versus Kontrollarm mit einer Hazard Ratio von 0,71 (p = 0,023). Dies entspricht einer Risikoreduktion für Progress, Tod oder Folgetherapie von 29 %.9,10
  • Die Interimsanalyse des Gesamtüberlebens (OS) zeigte bei diesen Patienten ein signifikant besseres OS unter A+AVD als im ABVD-Arm (14/425 vs. 26/421; Hazard Ratio 0,507, p=0,037). Dies entspricht einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 49 %.10

Weil sich der Vorteil der Kombination von A+AVD im primären Endpunkt vor allem im Stadium IV zeigte, erfolgte die Zulassung für diese Patientengruppe.3

  1. Hutchings M. EMJ Hema 2014;1:62­9

  2. Younes A et al. J Clin Oncol 2012;30:2183-89

  3. Fachinformation Adcetris®, Aktueller Stand

  4. Chen et al. Blood 2016;128(12):1562-6

  5. Moskowitz CH et al. Lancet 2015; 385: 1853-62

  6. Moskowitz CH et al. Blood 2018;132(25):2639-42

  7. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms bei erwachsenen Patienten, Kurzversion 2.0, 2018; AWMF Registernummer: 018/029 OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodgkin-lymphom (abgerufen am: 01.02.2019)

  8. Onkopedia Leitlinien Hodgkin Lymphom 01/2018. www.onkopedia.com; abgerufen am: 14.02.2019

  9. Connors JM A et al., N Engl J Med 2018;378:331-344

  10. Hutchings M et al. poster presented at ISHL 2018 #0136

Pflichtangaben Adcetris®

ADCETRIS® 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Wirkstoff: Brentuximab Vedotin.
Zusammensetzung: 1 Durchstechflasche enthält 50 mg Brentuximab Vedotin. Sonstige Bestandteile: Citronensäure-Monohydrat (zur pH-Wert-Einstellung), Natriumcitratdihydrat, (zur pH-Wert-Einstellung), α,α-Trehalosedihydrat, Polysorbat 80.
Anwendungsgebiete: Hodgkin-Lymphom: ADCETRIS wird angewendet bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem CD30+ Hodgkin-Lymphom (HL) im Stadium IV in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD) (siehe Fachinformation Abs. 4.2 u. 5.1); zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit CD30+ HL mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) (siehe Fachinformation Abs. 5.1); ADCETRIS wird angewendet bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30+ Hodgkin-Lymphom (HL): 1. nach einer ASCT oder 2. nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption in Frage kommt. Systemisches anaplastisches großzelliges Lymphom: ADCETRIS wird in Kombination mit Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (CHP) bei erwachsenen Patienten mit bislang unbehandeltem systemischem anaplastischem großzelligem Lymphom (sALCL) angewendet (siehe Fachinformation Abs. 5.1). ADCETRIS wird angewendet bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem sALCL. Kutanes T-Zell-Lymphom: ADCETRIS wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit CD30+ kutanem T-Zell-Lymphom (CTCL) nach mindestens einer vorangegangenen systemischen Behandlung (siehe Fachinformation Abs. 5.1).
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit geg. den Wirkstoff od. einen d. sonstigen Bestandteile. Gleichzeitige Anwendung von Bleomycin: verursacht pulmonale Toxizität (siehe Fachinformation Abs.4.5).
Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Infektiona, Infektion der oberen Atemwege, Neutropenie, periphere sensorische Neuropathie, periphere motorische Neuropathie, Husten, Dyspnoe, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Hautausschlaga, Juckreiz, Arthralgie, Myalgie, Müdigkeit, Fieber, infusionsbedingte Reaktionena, Gewichtsverlust. Häufig: Herpes zoster, Pneumonie, Herpes simplex, orale Candidiasis, Anämie, Hyperglykämie, Schwindel, erhöhte Alanin-Aminotransferase/AspartatAminotransferase (ALT/AST), Haarausfall, Rückenschmerzen, Schüttelfrost. Gelegentlich: Pneumonie durch Pneumocystis jiroveci, Staphylokokken-Bakteriämie, Cytomegalovirusinfektion oder Reaktivierung dieser Infektion, Sepsis/septischer Schock, febrile Neutropenie, anaphylaktische Reaktionen, Tumorlyse-Syndrom, demyelinisierende Polyneuropathie, akute Pankreatitis, Stevens-Johnson-Syndrom/Toxisch epidermale Nekrolyse. Häufigkeit nicht bekannt: Progressive multifokale Leukoenzephalopathie, Arzneimittlexanthem mit Eosinophilie und systemischen Manifestationen (DRESS), Paravasation an der Infusionsstellec. Kombinationstherapie: Sehr häufig: Infektiona, Infektion der oberen Atemwege, Neutropeniea , Anämie, febrile Neutropenie, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, periphere sensorische Neuropathiea, periphere motorische Neuropathiea, Schwindel, Husten, Dyspnoe, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Stomatitis, Haarausfall, Hautausschlaga, Knochenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust. Häufig: Pneumonie, orale Candidiasis, Sepsis/septischer Schock, Herpes zoster, Thrombozytopenie, Hyperglykämie, erhöhte AlaninAminotransferase/Aspartat-Aminotransferase (ALT/AST), Pruritus, infusionsbedingte Reaktionena, Schüttelfrost. Gelegentlich: Herpes simplex, Pneumonie durch Pneumocystis jiroveci, anaphylaktische Reaktionen, Tumorlyse-Syndrom, akute Pankreatitis, StevensJohnson-Syndromb.
a Entspricht der Zusammenfassung der bevorzugten Begriffe. b Toxisch epidermale Nekrolyse wurde im Bereich der Kombinationstherapie nicht berichtet. c Ein Paravasat kann zu Hautrötung, Schmerzen, Schwellung, Blasenbildung, Exfoliation und Zellulitis an der bzw. um die Infusionsstelle herum führen.
Wechselwirkungen sowie weitere Hinweise: siehe Fachinformation. Verschreibungspflichtig.
EU-Zulassungsinhaber: Takeda Pharma A/S, Vallensbaek Strand, Dänemark
Kontaktadresse d. Pharm. Unternehmens in Deutschland: Takeda GmbH, Byk-Gulden-Str.2, 78467 Konstanz, Tel.: 0800 8253325, medinfoEMEA@takeda.com
Stand: 10/2021

Zuletzt aktualisiert: 16.11.2021