Smalltalk fällt einem leicht, oder eben nicht. Fremde Menschen mit immer den scheinbar gleichen Phrasen ansprechen, Hände schütteln, ein bekräftigendes Lächeln und der abschließende Austausch der Visitenkarten – vielen Menschen graut es vor eben diesem Szenario. Und doch steht außer Frage, dass ein gutes Netzwerk das A und O in der Karriereentwicklung ist. Was also tun? Augen zu und durch? Nicht unbedingt: Wichtig ist, herauszufinden, wie man auch als eher introvertierte Person ein gutes Netzwerk aufbauen kann und worauf es zu achten gilt.

Netzwerken hat viel mit Persönlichkeit zu tun

Eine kürzlich erschienene Studie der EBS Universität für Wirtschaft und Recht kommt zu dem Schluss, Frauen würden ihre Netzwerke schlechter nutzen als Männer. Grund dafür sei eine gewisse Zurückhaltung, die Frauen stärker als Männer daran hindert, Nutzen aus ihren Kontakten zu ziehen.

Eine weitere Untersuchung, erschienen in der Fachzeitschrift ‚Proceedings of the National Academy of Sciences‘, spricht davon, dass es für Frauen nicht genüge, wie Männer zu netzwerken, sondern, dass sie intensiver netzwerken müssten. Aber: Netzwerken Frauen wirklich schlechter als Männer? Muss man extrovertiert sein, um erfolgreich Kontakte zu knüpfen? Und müssen Frauen sich immer am männlichen Verhalten ein Beispiel nehmen? Wir behaupten: nicht unbedingt! Denn Frauen betreiben Networking und den damit einhergehenden Smalltalk oftmals einfach nur anders. Prinzipiell fällt es kommunikationsfreudigen Menschen sicher einfacher, auf andere Menschen zuzugehen. Doch auch die Introvertierteren unter uns sind in der Lage, gute Netzwerke aufzubauen.

Im Folgenden haben wir ein paar Tipps zum Thema Smalltalk & Networking für Sie zusammengestellt:

Tipp 1: Planen Sie ihr Netzwerk

Stellen Sie sich vorab die Fragen: Was ist mein Ziel? Wer inspiriert mich? Welche Veranstaltungen sind vielversprechend? Und mit wem möchte ich stärker zusammenarbeiten? Von wem würde ich gerne lernen? Es macht keinen Sinn, auf Veranstaltungen einfach nur möglichst viele Visitenkarten zu sammeln. Überlegen Sie, mit wem Sie gerne sprechen möchten und welche Personen eine Bereicherung für Sie und Ihre Karriere darstellen würden. Es geht um Qualität, statt Quantität.

Tipp 2: Zeigen Sie Initiative

Nachdem Sie sich klargemacht haben, mit wem Sie gerne in Kontakt treten möchten, gilt es natürlich, den ersten Schritt zu machen. Ja, es klingt sicher einfacher, als es ist, aber: Zeigen Sie Initiative und haben Sie Ihr Ziel vor Augen. Machen Sie sich nochmal klar, warum genau Sie mit einer bestimmten Person in Kontakt treten möchten und über welches Thema Sie sprechen wollen. So fühlen Sie sich sicher, sind vorbereitet und können Ihre Schüchternheit überwinden.

Tipp 3: Kommen Sie auf den Punkt

Sie sind kein Smalltalk-Typ? Warum dann nicht einfach mal das Gespräch über das Wetter weglassen und das eigentliche Thema charmant verpackt direkt ansprechen? Das mag den Gegenüber vielleicht irritieren, kann aber aus eben diesem Grund ein Vorteil sein. Sie kommen auf natürliche Art direkt auf das eigentliche Thema zu sprechen und bleiben dadurch im Gedächtnis, wie die Journalistin Lydia Krüger in einem Artikel auf ZEIT Online beschreibt.

Tipp 4: Sprechen Sie über das, wofür Sie brennen

Es ist bekanntlich nicht nur das gesprochene Wort, sondern zu einem Großteil auch unsere Körpersprache, die uns sympathisch oder weniger sympathisch wirken lässt. Blickkontakt, Haltung, Gestik – all das spielt in unser Gesamtbild mit ein. Tipps, wie Sie Ihre Körpersprache bewusst einsetzen können, finden Sie hier auf unserem Blog.

Und zu guter Letzt: Sie sind nicht allein! Ob bei Fachkongressen, Abendessen oder anderen Events – Sie werden immer Gleichgesinnte finden, die ebenfalls nicht die „klassischen“ Networker sind. Diese Personen werden immer offen für Gespräche abseits des üblichen Smalltalks sein.

Zuletzt aktualisiert: 07.05.2019
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