„Berufung leben – Chancen ergreifen“ – unter diesem Motto fand am 28. September 2018 das erste FidO-Symposium auf der DGHO Jahrestagung in Wien statt. Spannende Gäste aus Medizin und Wirtschaft haben gemeinsam diskutiert, wie Frauen in der Onkologie ihre Karriere stärker selbst in die Hand nehmen können.

Wertvolle Impulse gab es von der Mannheimer Finanzprofessorin Dr. Alexandra Niessen-Rünzi, jüngste Professorin Deutschlands, die die Veranstaltung mit einer Keynote zum Thema „Wir sind keine Exoten, sondern Vorbilder! Warum Frauen sich in scheinbaren Männerdomänen behaupten sollten” eröffnete. Sie zeigte auf, dass gesellschaftliche und berufliche Rahmenbedingungen, wie unflexible Arbeitszeiten und fehlende Kinderbetreuung, längst nicht die einzigen Hindernisse auf der Karriereleiter darstellen. Aspekte wie mangelndes Selbstvertrauen und eine fehlende Strategie in der Karriereplanung sind weitere wichtige Gründe, weshalb Frauen es oft nicht in Führungspositionen schaffen. Die gute Nachricht: Diese scheinbaren Hürden können – und sollten – Frauen selbst in die Hand nehmen und überwinden.

Die Erfahrungen, die Prof. Dr. Niessen-Rünzi in der sehr männerdominierten Finanzwelt gemacht hat, gaben ihr unter anderem den Antrieb für ihre Forschung zu geschlechterspezifischen Unterschieden im Verhalten von Männern und Frauen im Finanzwesen. Ihre Ergebnisse lassen sich auch auf die ebenso männerdominierte medizinische Welt übertragen. In Zusammenarbeit mit einem Kollegen hat sie beispielsweise herausgefunden, dass sich Frauen eher Wettkämpfen stellen, wenn sie dabei ein weibliches Vorbild haben. Ihre klare Empfehlung ist daher: Aktiv starke Vorbilder suchen, mit denen man sich als Frau identifizieren und an denen man sich orientieren kann, um schließlich selbst zu einem Vorbild zu werden.

Die gesamte Präsentation von Prof. Dr. Niessen-Rünzi können Sie hier nachlesen.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion haben sich neben Prof. Dr. Niessen-Rünzi, Prof. Dr. Marion Subklewe, Oberärztin am Klinikum der Universität München, und Dr. Annamaria Brioli, Fachärztin für Innere Medizin/Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Jena, über die Frage ausgetauscht, wie Onkologinnen ihre Berufung leben und Karrierechancen ergreifen können. Als junge Onkologin kennt Frau Dr. Brioli die Herausforderungen, die sich auf dem Weg nach Oben stellen wie z.B. starre Hierarchien und hoher Leistungsdruck. Der Lösungsansatz von Prof. Dr. Subklewe, um Frauen den Mut zu geben, ihre Chancen zu ergreifen und Positionen einzufordern, heißt Mentoring. Subklewe, die es selbst in eine Führungsposition geschafft hat, engagiert sich mittlerweile als Mentorin und koordiniert ein Mentorenprogramm, das junge Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Karriereweg unterstützt. Große Einigkeit unter den Diskutanten herrschte vor allem in Bezug auf die Wichtigkeit von Netzwerken. Die Referentinnen bestärken junge Onkologinnen darin, zu netzwerken, sich Vorbilder zu suchen und gute Kontakte aufzubauen.

Moderiert wurde das Symposium von Andrea Rexer, Ressortleiterin Unternehmen & Märkte beim Handelsblatt. Zuvor war Rexer Leiterin des Finanz-Teams und Redaktionsleitung des Frauen-Wirtschaftsmagazins „Plan W“ der Süddeutschen Zeitung, für das sie regelmäßig über starke Frauen und Vorbilder berichtet hat.

Sie wollen mehr über Strategien zur Karriereplanung erfahren? Dann schauen Sie in unserer Mediathek vorbei oder lesen Sie unseren Blogpost zum Thema „Körpersprache im Job – Bewusst einsetzen und profitieren“

Zuletzt aktualisiert: 20.12.2018
Smalltalk fällt einem leicht, oder eben nicht. Fremde Menschen mit immer den scheinbar gleichen Phrasen ansprechen, Hände schütteln, ein bekräftigendes Lächeln und der abschließende Austausch der Visitenkarten – vielen Menschen graut es vor eben diesem Szenario. Und doch steht außer Frage, dass ein gutes Netzwerk das A und O in der Karriereentwickl...
Wenn es um das berufliche Vorankommen geht, sind es häufig die stilleren und introvertierteren Charaktere, bei denen die Karriere schleppender verläuft. Vor allem in männlich dominierten Branchen, wie der Medizin, ist die eigene Entwicklung oft mit einem massiven Auf-sich-aufmerksam-Machen korreliert. Häufig werden mir solche Eigenschaften als Ange...
Nahezu alle Menschen, die öffentlich vor anderen etwas darbieten, vor Leuten sprechen oder sich mit ihrer Leistung präsentieren, kennen diese besondere Art der Aufregung: wir nennen sie auch Lampenfieber. Sobald wir uns vor anderen präsentieren, wollen wir auf der einen Seite gefallen und auf der anderen Seite beschleicht uns die Angst, vor den Aug...