Tag 3: Von Abbeville nach Beauvais – Il fait chaud!

Es ist unglaublich – 400 km. Geschafft! Die Strecke heute gehörte mit 115 km und nur wenigen Höhenmetern eigentlich zu den „entspannteren“ Etappen. Der ein oder andere Berg hatte es dennoch in sich und auch das heiße Wetter machte es uns heute nicht leicht. Dazu kommt: Es ist Tag 3. Der Körper meldet sich so langsam ob der ungewohnten Anstrengung und ich war nicht die einzige, die sich heute Morgen nicht ganz so euphorisch in den Fahrradsattel geschwungen hat. Aber nach den ersten 10 km waren wir wieder im „Flow“, haben die Strecke super und ohne Unterbrechungen gemeistert und wurden während der Fahrt erneut mit wunderschönen Eindrücken von der französischen Landschaft belohnt. Für einen reibungslosen Ablauf sorgt übrigens unser 15-köpfige Motorrad-Eskorte, die für uns nicht nur Straßen absperrt und uns vor Löchern in den Straßen warnt. Sie feuert uns auch an – ebenso wie auch heute wieder zahlreiche Menschen am Straßenrand. 

Das Gemeinschaftsgefühl ist wirklich bemerkenswert. Wir lernen uns alle immer besser kennen und jeder hier ist Teil eines großen Teams. Wir können gar nicht glauben, dass dieses gemeinsame Erlebnis morgen schon wieder vorbei sein soll. Jeder hat seine Leute, mit denen er Zeit verbringt und mit denen er natürlich auch gemeinsam fährt. Neben mir fahren die anderen übrigens besonders gerne – ich habe immer Musik auf dem Fahrrad (sonst würde ich diese Berge nicht schaffen) und komme dadurch immer wieder in den Genuss von lustigen Gesprächen oder gemeinsamem Singen (alles was vom Berg ablenkt, ist willkommen!). 

In Beauvais, unserer heutigen Endstation, wurden wir herzlich begrüßt und bekamen auf einem Sektempfang die Gelegenheit, auf das bisher Erreichte (400 km!) anzustoßen. Und noch ein schöner und besonderer Moment erwartete uns. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Beauvais betonte in ihrer Rede, dass sie immer wieder gerne die Teilnehmer von THE ULTIMATE RIDE EXPERIENCE in ihrer Stadt begrüße. Weil es in den heutigen Zeiten so wichtig sei, mehr Zivilcourage zu zeigen – und füreinander einzustehen. Dieser Moment hat uns nochmal deutlich vor Augen geführt, warum wir alle gemeinsam diese Herausforderung angenommen haben. 

Morgen starten wir also in den letzten Tag. Es wird früh losgehen, damit wir auch rechtzeitig in Paris ankommen. 100 km erwarten uns und das Höhenprofil hat es in sich (da werden meine Lautsprecher alles geben müssen). 

Und nun noch die Wettvorhersage: 37 Grad sind für morgen angesagt. Ob ich meinen Rekord von 8 Flaschen Wasser toppen kann?

Zuletzt aktualisiert: 06.12.2017