Tag 2: Von Calais nach Abbeville – Bonjour!

Gestärkt vom Frühstück in unserem Hotel in Calais, starteten wir motiviert in den zweiten Tag und Richtung Abbeville. Uns erwartete heute mit 139 km und 1200 Höhenmetern der längste und anstrengendste Tag. Übrigens befindet sich 110 km in östlicher Richtung von unserem Startpunkt, in der Großstadt Lille, das Centre Oscar Lambret. Eine bedeutende Einrichtung für die Krebsmedizin, wenn man bedenkt, dass dies in Frankreich der erste Standort für den Einsatz von Strahlentherapie war.

Zu meinem Glück hatten wir heute endlich wieder Rechtsverkehr, sodass ich mich bei 35 °C komplett auf die Strecke konzentrieren konnte. In den jeweiligen Tempogruppen ging es durch die „sanfte“ Hügellandschaft Nordfrankreichs, durch das historische Pas de Calais und die frühlingshafte Landschaft der Somme-Region. Ich bin Teil der „Social Group“, das sind die „Gemütlichen“. Wir sind als letzte an den Pausen und haben dadurch leider auch kürzere Pausen, aber das Tempo ist angenehm machbar. 

Begleitet und unterstützt wurden wir an den steileren Bergen von drei „Ride Captains“, die manchen Mitfahrern geholfen haben. Ich habe allerdings heute alles alleine geschafft und mir mein sagenhaftes Wassereis in der Mittagspause redlich verdient. Kaum zu glauben, wie lecker das sein kann. Ein echtes Highlight!

Ansonsten ist der Zusammenhalt wirklich toll. Zwar haben wir an den Bergen viel geflucht, aber es blieb immer noch Zeit für einen kleinen Witz zwischendurch. Heute bin ich längere Zeit mit einem Teilnehmer zusammengefahren, der für seine Frau mitfährt. Diese wird seit bereits 10 Jahren durch Myeloma UK unterstützt und er hatte sich entschieden, so seinen Dank zu zeigen.

Auf unserer Fahrt durch das ländliche Frankreich haben wir vor allem Traktoren und Hunde gesehen. Und stellenweise standen viele Menschen an der Straße, um uns anzufeuern. Das hatte schon fast „Tour de France“-Feeling.

Ziemlich erschöpft haben wir dann nach 7 Stunden und 45 Minuten unser Ziel erreicht. Schon heftig, wenn man bedenkt, dass ich fast einen gesamten Arbeitstag auf dem Fahrrad verbracht habe. Acht Flaschen Wasser trinke ich im Büro nicht. Morgen haben wir schon die Hälfte unseres Rennens erreicht und es soll noch mal 5°C wärmer werden. Ich halte zusätzliche Wasserflaschen parat. ☺

Zuletzt aktualisiert: 06.12.2017