Ein Tag ohne Stress? Den gibt es im Klinikalltag wohl eher selten. Insbesondere wenn man seine Karriere weiter entwickeln möchte und zusätzliche Verantwortung übernimmt, geht das meist auch mit erhöhtem Druck und Stress einher: Wir laufen den ganzen Tag auf Hochtouren und müssen perfekt funktionieren. Diesen Druck kennen auch Spitzensportlerinnen und Sportler, weshalb wir uns von ihnen in Sachen Stressbewältigung tatsächlich einiges abschauen können!

Warum unser Klinikalltag manchmal wie ein Biathlon ist

Biathlon ist aufgrund der Kombination aus Ausdauer und Präzision eine der stressigsten Sportarten, denn während eines Turniers müssen die Wettkämpfenden mit enormen Druck umgehen und nach einer Skietappe innerhalb von Sekunden im Kopf umschalten, um die Ruhe zu finden, das Ziel nicht zu verfehlen. Auch im Klinikalltag sind wir dem ständigen Stress ausgesetzt, keine Fehler zu machen und uns binnen kürzester Zeit auf neue Patienten und Situationen einzustellen. Auch wenn dies natürlich zum Arbeitsalltag gehört, ist es nicht immer einfach, mit dem Druck umzugehen. Die US-amerikanische Olympionikin und Biathletin Clare Egan hat für sich einige Grundregeln festgelegt, die sie bei jedem Wettkampf beachtet, um mit dem Stress besser umzugehen – und letztlich auch erfolgreicher zu sein. Von ihren Tipps können wir auch im Job profitieren:

1. Vorbereitung ist das A und O

Generell gilt: Wer gut vorbereitet ist, fühlt sich sicherer und lässt sich folglich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Doch viele Situationen im Klinikalltag sind nicht voraussehbar und planbar. Aber auch auf diese Situationen können wir uns vorbereiten, denn oftmals sind es ähnliche Auslöser, die Stress in uns hervorrufen. Fragen Sie sich also: Welche Situationen rufen Stress in mir hervor? Wie verhalte ich mich in diesen Situationen – und wie kann ich eventuell besser mit dem Druck umgehen? Wenn Sie wissen, was Sie besonders unter Druck setzt, können Sie diese Situationen frühzeitig erkennen und von Anfang an gelassener in Angriff nehmen.

2. Atmen nicht vergessen

Wenn wir ausatmen, entspannt sich unser ganzer Körper. Machen Sie sich diesen Effekt zu Nutze. Wenn Sie beispielsweise von einem Patienten zum anderen hetzen oder eine Kollegin oder Kollege Sie zur Eile treibt: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit – beispielsweise bevor Sie in das Zimmer des nächsten Patienten gehen – und atmen Sie bewusst tief ein und aus. Für diesen kurzen Moment ist auch in Stresssituationen immer
Zeit.

Wir entspannen uns, werden ruhiger und können uns besser auf die nächsten Aufgaben, wie das Gespräch mit dem Patienten, fokussieren. Gut in den (Arbeits-)Alltag integrieren lässt sich etwa auch die Übung „Drei-Minuten-Atemraum“, die eben in nur drei Minuten helfen kann, kurz Inne zu halten und Stress zu minimieren. Unter diesem Link finden Sie eine Anleitung der Ärztin und Autorin Prof. Dr. Silke Heimes.

3. Seien Sie achtsam

Viele Olympioniken, wie Clare Egan, nutzen Meditationsübungen aus dem Bereich der Achtsamkeit. „Unser Geist ist ständig in Bewegung“, erklärt der Stressmediziner Dr. Matthias Weniger. Wenn zu viele Reize zu schnell auf uns einprasseln – was in stressigen Situationen oft geschieht – dann verliert unser Gehirn schnell den Fokus. Achtsamkeits-Übungen helfen, sich zu sammeln, zu sortieren und zu fokussieren. Beispiele für solche Übungen gibt Dr. Weniger hier in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

4. Konzentration auf das Wesentliche

Konzentrieren Sie sich auf die aktuelle Tätigkeit und nicht auf das gewünschte Ergebnis. Sprich, haben Sie nicht das gewünschte Ziel im Blick, sondern lenken Sie Ihre Konzentration auf die Aufgaben, die zum Ziel führen. Denn nur das Ziel vor Augen zu haben, ist oftmals kontraproduktiv; es erhöht den Druck und wir verlieren den Fokus auf das Wesentliche.

5. Lassen Sie sich nicht ablenken

Der Schlüssel zum Erfolg ist es, sich auf den eigenen Prozess und die eigenen Aufgaben zu fokussieren und sich nicht durch die Leistung anderer und deren Erfolge ablenken zu lassen. Was zählt, sind Sie. Dies gilt nicht nur in Bezug auf stressige Arbeitssituationen, sondern natürlich auch ganz allgemein in Bezug auf Ihre Karriereentwicklung.

Den gesamten Artikel über Clare Egans und ihre Tipps können Sie hier nachlesen.

Zuletzt aktualisiert: 07.03.2019
Nur drei Prozent der Führungspositionen in der inneren Medizin/Onkologie sind derzeit von Frauen besetzt.1 Dabei streben knapp 60 Prozent der Ärztinnen eine Position als (leitende) Oberärztin an, wie unsere gemeinsame Umfrage mit DocCheck Karrierechancen in der Medizin – Das sagen Ärztinnen gezeigt hat. Die Gründe für diesen geringen Frauenanteil i...
„Berufung leben – Chancen ergreifen“ – unter diesem Motto fand am 28. September 2018 das erste FidO-Symposium auf der DGHO Jahrestagung in Wien statt. Spannende Gäste aus Medizin und Wirtschaft haben gemeinsam diskutiert, wie Frauen in der Onkologie ihre Karriere stärker selbst in die Hand nehmen können. ...
Die Medizin ist weiblich: Rund 60 Prozent aller Studienanfänger in der Medizin in Deutschland sind Frauen. Zunehmend drängen junge Ärztinnen in Kliniken, wo die Chefetage jedoch unverändert von Männern dominiert wird. Es ist an der Zeit, das zu ändern und die eigene Karriere bewusst selbst in die Hand zu nehmen. Denn oft sind es schon Kleinigkeiten...