Ursachen und Risikofaktoren

Entstehung, Ursachen und Risikofaktoren des Multiplen Myeloms

Beim Multiplen Myelom entarten sogenannte Plasmazellen (Myelomzellen) und teilen sich unkontrolliert. Sammeln und vermehren sich die entarteten Plasmazellen nur an einer Stelle im Knochenmark oder aber auch außerhalb des Knochens, spricht man von einem Plasmozytom, bei mehreren Stellen von einem „Multiplen Myelom“.

Krebs entsteht dann, wenn sich eine körpereigene Zelle krankhaft verändert und in der Folge unkontrolliert vermehrt.1 So auch beim Multiplen Myelom. Die Zelle, die hier entartet und sich ungezügelt teilt, ist eine sogenannte Plasmazelle (Myelomzelle). Plasmazellen werden im Knochenmark gebildet und sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems.2

Ist nur ein einzelner Tumor aus entarteten Plasmazellen vorhanden, spricht man von einem Plasmozytom. Bilden sich an mehreren Stellen im Knochenmark sogenannte „Herde“, handelt es sich um ein „Multiples Myelom“.

Doch wie entsteht die Erkrankung im Körper? Was passiert dabei genau? Welche Auswirkungen hat sie auf den Stoffwechsel? Diese und weitere Antworten erhalten Sie in folgendem Video.

Die Frage, warum jemand an einem Multiplen Myelom erkrankt, kann im Moment leider niemand wirklich beantworten. Da sich Krebs jedoch aufgrund genetischer Fehler im Erbgut entwickelt, werden auch beim Multiplen Myelom Umweltfaktoren (z.B. Strahlung) oder der übermäßige Kontakt mit Schadstoffen (z.B. Pestizide, Dieselruß oder organische Lösungsmittel) als mögliche Risikofaktoren diskutiert.2,3 In seltenen Fällen kann die Erkrankung in einer  Familie gehäuft vorkommen. Verwandte ersten Grades – Eltern, Geschwister, Kinder – sollten über eine Erkrankung informiert werden.

  1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Krebsentstehung. Krebs: Was ist das eigentlich? Abrufbar unter: Weiter Letzter Zugriff: 05.09.2017.

  2. Stiftung Deutsche Krebshilfe. Die blauen Ratgeber „Plasmozytom/Multiples Myelom. Antworten. Hilfen. Perspektiven.“. Stand: 11/2016. Abrufbar unter: Weiter Letzter Zugriff: 05.09.2017.

  3. DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V., Leitlinie Multiples Myelom. Stand September 2013. Abrufbar unter: Weiter Letzter Zugriff: 05.09.2017.


Symptome

Oftmals dauert es einige Zeit, bis der Arzt eine Diagnose stellt, denn die Frühsymptome eines Multiplen Myeloms sind sehr unspezifisch.

Normalerweise sind im Körper sogenannte Plasmazellen im Knochenmark als Teil unseres Körperabwehrsystems dafür zuständig, Antikörper (spezielle Eiweiße, die Immunglobuline genannt werden) zur Abwehr von zum Beispiel Krankheitserregern zu bilden.1 Entartete Plasmazellen, auch Myelomzellen genannt, bilden in der Regel im Übermaß auch diese speziellen Eiweiße oder nur Bruchstücke davon. Diese Eiweiße sind nicht funktionstüchtig und werden Paraproteine oder auch das M-Protein genannt.

Zudem werden durch eine unkontrollierte Vermehrung von Myelomzellen im Knochenmark andere gesunde blutbildenden Zellen verdrängt. Deshalb kommt es häufig zu folgenden Symptomen1:

Frühe Anzeichen der Erkrankung wie z.B. Müdigkeit, Abfall der Leistungsfähigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit, manchmal auch Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen1 sind sehr unspezifisch und können – neben dem Multiplen Myelom – auch viele andere Ursachen haben. Deshalb dauert es häufig einige Zeit, bis der Arzt die Krankheit diagnostizieren kann.2

Ist sie jedoch bereits weiter fortgeschritten, klagen viele Patienten über Knochenschmerzen, bleierne Müdigkeit (Fatigue), hohe Infektanfälligkeit, schäumenden Urin (der auf eine Nierenfunktionsstörung hinweist) oder Gewichtsverlust.1

Zuletzt aktualisiert: 28.09.2017